Tavira ist unbestritten die schönste Stadt der gesamten Algarveküste — und das nicht nur wegen ihrer Strände. Es ist eine der wenigen Städte der Algarve, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat: keine Hochhäuser, keine Touristenhochburgen, keine Plastikatmosphäre. Stattdessen gewachsene Gassen, weiß getünchte Häuser, azulejo-geschmückte Fassaden, die stille Würde einer Stadt, die weiß, wer sie ist.
Die Siedlungsgeschichte Taviras reicht bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Phönizier und Karthager waren die ersten bekannten Siedler, gefolgt von Griechen — eine griechische Inschrift aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. in Santa Luzia ist die einzige vorchristliche griechische Inschrift ganz Portugals. Die Römer siedelten im nahen Balsa (heute Santa Luzia), zwei Kilometer entfernt, und hinterließen einen Friedhof mit bedeutenden Funden.
Ab 711 zählte Tavira zum maurischen Al-Andalus und erlebte eine Hochkultur: arabische Wissens- und Baukunst prägten die Stadt tief. Am 11. Juni 1242 eroberte Dom Paio Peres Correia mit dem Santiagoorden die Stadt im Auftrag von König Sancho II. zurück — der Legende nach als Rache für die Ermordung von sieben Rittern in einem Waffenstillstand. An deren Gedächtnis erinnern noch heute Grabplatten in der Kirche Santa Maria do Castelo.
1415 war Tavira der Ausgangspunkt für die Eroberung Ceutas — der erste Schritt in Portugals Zeitalter der Entdeckungen. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Blütezeit als wichtigster Tunfischhafen der iberischen Halbinsel. Das Stadtrecht erhielt Tavira 1520.
Tavira hat heute rund 13.000 Einwohner in der Kernstadt und ist eine lebendige, aber entspannte Kleinstadt. Wer durch die Gassen spaziert, begegnet der Geschichte auf Schritt und Tritt:
Tavira liegt am Rio Gilão, knapp einen Kilometer vor seiner Mündung in den Atlantik, und am Rande einer der faszinierendsten Küstenlandschaften Europas. Im Wasser des Flusses spiegeln sich die Burgbefestigung, die Glockentürme der Kirchen, die bunten Fischerboote und die malerischen Häuser — ein Anblick, der zum Innehalten zwingt.
Die vorgelagerte Ria Formosa ist ein UNESCO-geschützter Naturpark und eines der bedeutendsten Feuchtgebiet-Ökosysteme Europas. Hier leben rund 300 Arten von Krusten- und Schalentieren und mehr als 80 Fischarten — der Grund, warum die Meeresfrüchteküche Taviras zu den besten Portugals zählt. Flamingos, Weißstörche, Fischadler und seltene Zugvögel machen die Lagune zu einem Paradies für Naturliebhaber.
Im Norden wird Tavira durch die Serra do Caldeirão begrenzt — ein wenig besiedeltes, touristisch kaum erschlossenes Gebirge, das die Stadt vor kalten Nordwinden schützt. Dank dieses natürlichen Schutzes erwacht die Natur in der Region bereits Ende Dezember: Mandelblüte, Himmelsschlüssel, das ganze Frühjahrserwachen beginnt hier früher als irgendwo sonst in Europa.
Tavira ist ein Paradies für Gourmets. Die Nähe zur Ria Formosa bringt täglich frische Meeresfrüchte auf den Tisch: Percebes (Seepocken), Amêijoas (Venusmuscheln), Gambas (Garnelen), Polvo (Tintenfisch) und natürlich der berühmte gegrillte Tonfisch. Zahlreiche Restaurants und Cafés säumen die Uferpromenade und die Gassen der Altstadt — von der schlichten Tasca bis zum gepflegten Weinrestaurant.
Gute Einkaufsmöglichkeiten, Märkte und alle Alltagsinfrastruktur sind fußläufig erreichbar. Der Bahnhof verbindet Tavira bequem mit Faro (Flughafen, 30 Min.) und der spanischen Grenzstadt Vila Real de Santo António.
Tavira ist ideal für jede Altersgruppe: